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Breathe, baby!

Letztes Update: 30. Juni 2021

„Atme!“
Das ist wohl die am häufigsten von mir verwendete Aufforderung an meine Klienten seit ich als Grinberg Praktikerin arbeite …
Es ist schon erstaunlich, wie leicht wir den Atem aussetzen, oder nur ein absolutes Minimum unseres Lungenvolumens nutzen …

Warum sollte ich denn überhaupt das bewusste Atmen praktizieren?
Ein bewusst ausgeführter Atemzug tut zum einen erstmal sooo gut. Er schafft in gewisser Weise eine Erleichterung.
Man kann sich damit auf achtsame Weise mit dem eigenen Körper verbinden. Es ist ein einfacher und schneller Weg, um die Aufmerksamkeit vom Kopf auf den Körper zu lenken. Eine bewusst ausgeführte Atemübung ist nahezu ein „Miniurlaub“ in meinem oft hektischen Alltag.
Oftmals reicht nur eine Minute, um mich deutlich munterer, agiler und schlicht glücklicher zu fühlen. So ein Atemzug gibt mir dann das Gefühl lebendig zu sein – und das tut so gut so.

Aber warum nutzen wir dann unsere Atemkapazität so wenig? Irgendeinen Haken muss das doch haben!?!?
Klar, es gibt natürlich auch vermeintliche „Nachteile“: wenn wir bewusst atmen spüren wir deutlich mehr. Die bewusste Atmung sorgt dafür, dass wir unangenehmes bzw. das was hakt, zwickt und zwackt nicht mehr einfach ignorieren können. Und da kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen, dass das auch mal lästig sein kann. Wir werden feinfühliger, berührbarer und verletzbarer und damit meines Erachtens nach auch menschlicher.

Und auf den ersten Blick scheint es uns oft einfach anstrengend zu sein. Wie immer, wenn wir was Neues lernen oder uns aus unserer Komfortzone rausbewegen, stellen wir fest, dass uns das in gewisser Weise fordert. Interessanterweise müssen auch unsere Muskeln erst durchlässiger und weicher werden, damit sie einen tieferen Atemzug überhaupt erlauben.
Aber es gibt einfach doch zu viele Punkte, die dafür sprechen uns auf den Weg zu machen und unser Lungenvolumen zu trainieren bzw. die Atmung zu schulen, um sie unseren Bedürfnissen anzupassen.

Für wen ist das also geeignet?
Denn ein bewusster, tiefer Atemzug kann zum Beispiel unsere Schmerzen lindern und die Heilung fördern.
Ein bewusster Atemzug kann auch Anspannungen lösen.
Er ermöglicht uns, wenn wir ängstlich sind, manchmal den ersehnten Perspektivwechsel.
Ein einfacher, tiefer Atemzug eröffnet uns einen Moment der mentalen Ruhe, um aus dem stressigen Gedankenkarussell auszusteigen.
Ein Atemzug kann dafür sorgen, dass wir unser Leistungsniveau halten können, auch wenn z.B. ein Arbeitstag manchmal arg lang wird.
Eine bewusste ausgeführte Atmung steigert unsere Konzentration und fördert einem Wundermittel gleich unseren Schlaf. Denn der Atem beruhigt unser angeschlagenes Nervenkostüm, wenn es mal hoch hergeht.
Darauf spricht auch unser Immunsystem positiv an: Es wird gestärkt, auf wundersame Weise wirkt der Atem als eine Kraftquelle, die uns stützt, uns stärkt und fördert.
Und nicht zuletzt hält es uns jung, weil es ständig unsere Zellen mit wertvollem Sauerstoff versorgt. Da freut sich auch unser Gehirn: für unsere Zellerneuerung ist der Atem höchst willkommen.
Der bewusst genutzte Atem sorgt dafür, dass wir unser Leben noch ein Stück mehr selbst in die Hand nehmen. Das klingt sicherlich überraschend, aber damit behalten wir auch in schwierigen Momenten unseres Lebens zumindest die Kontrolle über die Menge an Sauerstoff, die in uns einströmt und unseren Körper versorgt. Manchmal ist das schon sehr viel!!!

Meine eigenen Erfahrungen mit der Atmung waren und sind wirklich bahnbrechend.
Ich hatte immerzu in der Universität mit Blackouts zu tun. Vor meinen Kommilitonen und Lehrern erstarrte ich häufig förmlich zur Salzsäule. Wie oft hörte ich den gutgemeinten Ratschlag doch einfach tief durchzuatmen, damit würde ich mich aus der gefühlten Erstarrung lösen können. Aber für mich blieben es leere Worte. Denn in einer stressigen Situation gelang es mir einfach nicht, meinen Atem zu kontrollieren. Ich hatte noch allerhand andere Erfahrungen, die mich gelehrt haben, dass der Atem oftmals eine Schlüsselrolle spielt.
So nutze ich noch heute Atemübungen, um meine sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern oder um mich in einen erholsamen Schlaf zu wiegen oder um meine Verdauung zu fördern oder mich in Stille zu üben.

Dazu gibt es allerhand wundervolle Atemübungen, die mich in den Jahren seitdem ich die verschiedenen Techniken der Grinberg Methode praktiziere, immer wieder aus der Komfortzone in einen neuen Erfahrungsraum führen: dort wo ich mithilfe des Atems einen neuen Umgang mit meinen Ängsten entwickelt habe. In Momenten emotionalen oder auch körperlichen Schmerzes bin ich immer wieder überrascht, wie viel eine Atemübung lösen kann.

Diese Übungen mögen simpel erscheinen, aber die Wirksamkeit ist dennoch enorm! Sie bleiben natürlich ein Werkzeug, das nur funktioniert, wenn man es auch wirklich übt. Wenn einem das alleine erstmal nicht so gut gelingt, kann es hilfreich sein Einzelsessions zu nehmen. In meinem Happy Body Coaching begleite ich dich durch die ersten Anfangsschwierigkeiten, die auftauchen können. Ich zeige meinen Klienten in diesem Rahmen, wie sie über das gewohnte Maß „hinaus atmen“ können.
Ohne Übung kommt man jedoch nicht wirklich weiter. Und so bleibt die Herausforderung sich immer wieder bewusst – zum Beispiel in Rahmen von Atemübungen oder einfach, in dem ich die Aufmerksamkeit immer wieder auf meine Atmung richte, mit dem eigenen Atem zu verbinden.

Vielfach heißt es, warum sollte man überhaupt atmen „lernen“, das passiert doch automatisch!
Und das stimmt und trotzdem ist da ganz viel Potenzial in dem Thema Atmung, das wir normalerweise nicht nutzen. Es bietet ganz viele Möglichkeiten über uns selbst hinauszuwachsen und uns zu entwickeln. In meiner Arbeit geht es darum, zu lernen den Atem bewusst zu nutzen, um darüber Körper und Geist zu heilen.
Eine Klientin hat mal ein sehr schönes Bild dafür gefunden: Die Atmung kann wie die uralte Methode des „Pustens“ verstanden werden. Jeder Atemzug heilt unsere körperlichen wie seelischen Wunden ein Stückweit.
Mir hat das sehr gefallen, weil es sehr meiner eigenen Erfahrung widerspiegelt. Es ist sowohl wenn ich körperlichen Schmerz als auch emotionalen Schmerz erlebe tröstlich.

Ich werde oftmals gefragt, ob es denn sowas wie eine „richtige“ Atmung gibt?
Nach meinem Verständnis eher nicht. Sicherlich neigen wir meist nicht dazu, zu tief zu atmen. So ist es meist wichtig erstmal zu lernen den Körper bewusst mit mehr Sauerstoff als im Alltag üblich zu versorgen.
Und man kann lernen in so viele unterschiedliche Bereiche des Körpers die Atmung zu lenken und bewusst damit den Körper teilweise geradezu mit der Atembewegung zu massieren.
Das bewusst genutzte Atmen kann ganz unterschiedliche Erfahrungen die Tür öffnen:
Wenn ich joggen gehe, braucht mein Körper etwas komplett anders, als wenn ich einschlafen möchte oder wenn ich konzentriert mit meinen Kunden arbeiten möchte.
Es ist toll, sich dessen bewusst zu werden und sich der jeweiligen Situation entsprechend zu „beatmen“ 😉

Ich freue mich, wenn ich Ihnen das Thema Atmung schmackhaft machen konnte. Für mich bleibt es ein Abenteuer … vermutlich Zeit meines Lebens.
Bis zum letzten Atemzug. Eine Möglichkeit sich die Atmung bewusst zu machen, ist folgende Atemübung. Sie heißt 4mal7 und kommt aus der Grinberg Methode:

Ich bin gespannt, wie die Übung Sie unterstützt! Schreiben Sie mir gerne über Ihre Erfahrungen!